Gewalt ist keine Lösung

Simone leidet unter häuslicher Gewalt

Simone wird von Ihrem Mann geschlagen und fragt den weisen Mann von Tübingen um Rat. Simone: "Ich habe 2 kleine Kinder und einen Mann, der mich jeden Tag schlägt. Ich liebe ihn und weiß nicht, was ich falsch mache? Was soll ich tun?"

Liebe Simone, du machst nur eine Sache falsch! Und zwar, dass du noch bei diesem Mann bist. Du machst sonst nichts falsch. Denn nicht du bist der Auslöser für die Gewalt, sondern dein Mann. Wie du mir gesagt hast, sind die beiden Kinder von ihm. Warum erfreut er sich nicht an seiner Familie?

Warum trinkt er? Du bist nicht daran Schuld, dass er arbeitslos geworden ist! Und hier nun mein Rat an dich:

Verlasse diesen Mann, bzw. setze ihn vor die Türe. Nicht du musst aus eurer Wohnung ausziehen, sondern er. Du hast das große Glück, dass in Deutschland die Frauen, die unter häuslicher Gewalt leiden, unter ganz besonderem Schutz leben. Zeige deinen Mann an und bitte die Polizei um Hilfe. Diese wird dann deinem Mann ein Hausverbot erteilen. Nicht du musst dir eine neue Wohnung suchen, er darf die Wohnung dann nicht mehr betreten.

Auch wenn er dir die Schuld gibt, so ist er ganz alleine Schuld an seiner Situation. Gewalt und Alkohol sind keine Lösung. Probleme kann er dadurch nicht lösen. Denn er weiß nicht, dass Probleme schwimmen können und man sie nicht im Alkohol ertränken kann. Die Probleme sind nicht nur noch da, sondern am nächsten Tag vielleicht sogar größer geworden.

Liebe Simone, ich möchte dir meine Geschichte erzählen. Ich bin schon sehr alt und vor sehr sehr langer Zeit in einem kleinen Dorf am anderen Ende der Welt geboren. Mein Vater schlug mich und meine Mutter. Ich musste ihm auf dem Feld helfen, seit ich denken kann. Eines Tages hatte er einen Unfall und kam ums Leben. Meine Mutter hat seinen Bruder geheiratet und die Gewalt gegen mich wurde noch schlimmer. So beschloß ich, das Haus zu verlassen. Ich wollte Gott besuchen gehen, um ihn um Frieden zu bitten.

Ich lief viele Tage und Nächte, ohne Essen und ohne Wasser. Bis ich vor Erschöpfung zusammengebrochen bin. Mönche haben mich gefunden. Und so begann mein Leben im Kloster. Die Mönche brachten mir das Lesen und Schreiben bei. Ich muss damals ca. 10 Jahre alt gewesen sein. Auch im Kloster musste ich die schwere Feldarbeit verrichten. Und ich hatte jeden Tag Unterricht. Ich erkannte sehr schnell, dass es gut war, wenn ich schnell lernen würde. Und da ich eine sehr schöne Handschrift entwickelte, durfte ich schon bald die Schriftrollen schreiben. So konnte ich den ganzen Tag lesen und schreiben und musste nicht mehr raus auf´s Feld. 

Du siehst, es ist gut, wenn man viel liest und sich weiter bildet. 

Liebe Simone. Du hast 2 kleine Kinder. Also kannst du nicht den ganzen Tag zur Arbeit gehen. Was machst du, wenn du zu Hause bist mit deinen Kindern? Wenn du deine Hausarbeit erledigt hast, was machst du dann? Und wenn deine Kinder schlafen? Liebe Simone, verschwende deine Zeit nicht damit, dass du in diesen Fernsehapparat schaust. Es wird dich in deinem Leben nicht weiterbringen. Der Apparat frisst nur deine Zeit auf. Du lernst nichts. Suche dir ein Hobby. Werde gut darin. So wie ich ein Meister im Schreiben wurde. Und nur Übung macht den Meister, habe Geduld. Und dann schau, ob du mit deinem Hobby anderen Menschen eine Freude bereiten kannst?

In Deutschland hast du viele Möglichkeiten, wie du mit deinem Hobby (erst nebenbei) etwas Geld verdienen kannst. Und eines Tages, da wirst du dein eigenes Geschäft betreiben. Ich habe einen Mann in Tübingen getroffen. Früher fuhr er nachts mit seinem Fahrrad von Kneipe zu Kneipe, um seine Rosen zu verkaufen. Jetzt hat er seinen eigenen Blumenladen.

Wenn du dann Hilfe brauchst, melde dich wieder bei mir. Ich freue mich, wenn ich immer wieder erfahre, wie es dir und deinen Kindern geht. Schreibe mir unter:

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