Verdorbene Briefmarken

Nix "Unanständiges", nur schon mal aufgeklebt

Was tun mit "gebrauchten" Briefmarken?

Die Rede ist hier keinesfalls von schon einmal mit der Post beförderten Briefen!

Der Fall: Ich habe einen Brief bereits adressiert und die Briefmarke auch schon aufgeklebt.


Auf gar keinen Fall ausschneiden!

Ich darf jetzt auf gar keinen Fall einfach zur Schere greifen und die Briefmarke ausschneiden, um sie erneut auf einen "neuen" Umschlag zu kleben. 

Mit dem kompletten Umschlag zur nächsten Postfiliale gehen!

Nur, wer mit dem kompletten Umschlag zur nächsten Post-Filiale geht, bekommt die Briefmarke ersetzt.

Die Post misstraut ....

.... der eigenen Technik und auch ihren Kunden. Natürlich mag es immer wieder ein paar "Gauner" geben, die versuchen, sich um das Porto zu drücken.


Was war passiert?

Ich wollte einen Brief verschicken, habe diesen auch schön verklebt, da der Umschlag selbst nicht mehr den allerbesten Eindruck machte. Und just an diesem Tag kam weitere Post, die noch in den Umschlag hinein sollte. Also öffnete ich den Umschlag wieder. Dabei ging der Umschlag kaputt und ich schnitt die Briefmarke aus, um sie auf einen etwas größeren Umschlag zu kleben, schließlich war die Marke ja ungebraucht.

Aus irgend einem Grund warf ich diesen "neuen" Brief nun nicht einfach nur in den nächsten Briefkasten, sondern ging damit zu meiner Postfiliale, wo ich auch bekannt bin. Die ansonsten sehr nette "Postbeamtin" meinte nun nur, dass ich die Briefmarke ja ausgeschnitten und wieder aufgeklebt hätte. Das wäre aber nicht erlaubt und die Marke jetzt ungültig. Zuerst dachte ich ja an einen "verspäteten Aprilscherz!" Und fragte nochmals nach. "Ich weiß, Sie würden so etwas nie machen, aber es gibt andere Kunden, die versuchen alle möglichen Tricks! Bitte bringen Sie das nächste Mal den ganzen Brief mit, dann bekommen Sie die Marke ersetzt!", sagte mir die sonst so nette Dame hinter dem Schalter.

Da sich die Schlange hinter mir merklich vergrößerte, wollte ich mich auf keine weiteren Diskussionen einlassen und bezahlte brav die 1,45 € für den Brief (erneut)! 

Was wäre passiert, .....

... wenn ich den Brief einfach eingeworfen hätte? Er wäre zu mir zurück gekommen. 

Auf Nachfrage bei den Bossen bekam ich folgende Auskunft:

Mehr als 2.000.000.000 (2 Milliarden) Briefmarken (eigentlich ja Briefe mit teilweise mehreren Marken) werden alleine in Deutschland pro Jahr durch die automatischen Briefentwertungs-Maschinen in den 82 Briefzentren in Deutschland "entwertet!" 

Da kann es nun schon einmal vorkommen, dass ein Brief auch nicht abgestempelt und ungestempelt transportiert wurde. Und wenn der Briefträger dann die Marke nicht "entwertet", könnten die Kunden ja auf die Idee kommen, diese Marke erneut zu verwenden.

Aber auf manch andere "tolle" Idee* kommen scheinbar manche (wenige) Kunden, nur um sich das Porto zu sparen, sich strafbar zu machen (und eine Anzeige zu riskieren). Der Brief wird nicht befördert werden, wenn die Manipulation auffallen sollte.

*) Die Marke komplett mit Folie zu bekleben, mit einem Lack überziehen und sonst noch etliche "tolle" Ideen.

Der "Ehrliche" zahlt mal wieder die Zeche

Selbst bei eine Fehlerquote von 0,01% wären das jährlich immer noch 200.000 Sendungen, die nicht abgestempelt würden. Und das wären wahrscheinlich deutlich über 200.000 € "Verlust"!

Sollte die "Fehlerquote" jedoch erheblich höher liegen, wird sehr schnell klar, warum die Post hier rigoros "Nein" sagt. Jedoch würde ich mir wünschen, dass teilweise (wie in meinem Fall) mit etwas mehr Fingerspitzengefühl an die Sache rangegangen wird. Denn fraglich ist immer noch, ob es rechtens ist, diese Bestimmungen so zu manifestieren. Schließlich gilt in Deutschland: In dubio pro Reo / Im Zweifel für den Angeklagten! Nur wenn einem nachgewiesen werden kann, dass bewußt "geschummelt" wurde, darf man "abstrafen!"

In Zukunft gehe ich also mit meinen "verdorbenen" Briefumschlägen artig zur Postfiliale und tausche um!